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Gastgeber in Ostpreußen

Einladung zur Masurenfahrt 7. bis zum 16. August 2021
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Vera Macht

10.12.2020

Vera Macht (25. 10. 1920 – 24. 9. 2020) wurde in Rostken, Kreis Johannisburg, geboren. Vater war der Bauingenieur Robert Macht, verheiratet mit Katharina, die aus Saratow stammte und zu den ersten Europäerinnen zählte, die in Moskau Philosophie studieren durften. Vera Macht hat ihre Familiengeschichte in der "Odyssee meines Vaters" im Ortelsburger Heimatboten publiziert. Sie selbst bemühte sich seit den 1970er Jahren um eine Versöhnung in Szczytno/Ortelsburg, wo sie bis zum 24. Lebensjahr mit Unterbrechungen gelebt hat, weil der Vater dort die "polnische" Volksbank geleitet und dann ein anderes Unternehmen in der Stadt geführt hatte. Und sie hat auch weiter am Leben in Szczytno regen Anteil genommen und z. B. Musikinstrumente für das dortige Gymnasium angeschafft.

Als Vera Macht 7 Jahre alt war, zogen ihre Eltern nach Ortelsburg. Vera Macht besuchte das Ortelsburger Lyzeum und bestand dort die Abiturprüfung mit Auszeichnung, obwohl sie nicht dem nationalsozialistischen Bund Deutscher Mädel angehörte. Sie studierte zunächst in Königsberg Biologie, doch dann in Italien, weil ihr ein Studium in der Schweiz verwehrt wurde, und zwar zunächst Italienisch in Perugia und dann Kunst an der Kunstakademie in Rom, wo sie auch ihren zukünftigen Ehemann, den sizilianischen Maler und Kunstprofessor Guiseppe Minardo kennen lernte.

Die junge Frau floh vor den herannahenden Alliierten nach Ostpreußen, doch sehr bald schone wieder vor der drohenden Roten Armee auf Anraten ihres Vaters im Dezember 1944 mit Kind und Mann nach Italien. In Mailand geriet die Familie unter Partisanenbeschuss, musste die Eisenbahn verlassen und in einem Wassergraben Schutz suchen, was der gerade geborene Sohn nicht überlebte. Auch Mutter Katharina wurde von ihrem gut informierten Mann auf die Flucht geschickt, weil ihr von Seiten der Gestapo Gefahr drohte. Das Flüchtlingsleben in Rom war eine starke Belastung für die Familie und führte letztlich dazu, dass das Ehepaar sich trennte.

Nach dem Krieg fanden Vera und die Kinder eine neue Heimat in Sindeldorf, Württemberg. Vera Macht hatte vier Töchter, die alle in Rom geboren und ebenfalls der Kunst verpflichtet sind (Malerei,Architektur, Bildhauerei, Schauspielerei und Tanz). Sie wird als sehr resolut und tatkräftig geschildert und zog ihre vier Töchter ohne Unterstützung durch den Vater groß. Sie malte eine unendliche Anzahl von Bildern, schrieb Gedichte und das Buch „Von Saratow nach Sindelsdorf“ – die Geschichte ihrer Familie.

 
 
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